Histidin ist aufgrund seiner Struktur ein wichtiger Baustein für verschiedene Aminosäuren und Enzyme. Es hilft auch beim Aufbau eisenhaltiger Moleküle. Es ist semiessenziell, d. h., es kann einerseits vom Körper produziert werden, muss aber andererseits mit der Nahrung zusätzlich aufgenommen werden.

Das natürliche Vorkommen von Histidin (auch His oder H)

Die Aminosäure zählt mit Arginin und Lysin zu den Hexonbasen, sie verhält sich also basisch, ähnlich wie eine Lauge. Es findet sich in Thunfisch, Lachs und Filetfleisch; des Weiteren in Käse, Sojabohnen und daraus gefertigten Produkten, in Erdnüssen und Weizenkeimen. Am Aufbau der menschlichen Aminosäuren ist ausschließlich das L-Histidin beteiligt.

Die Funktion von His im Körper

Im Blutfarbstoff Hämoglobin und im Myoglobin der Muskeln bindet Histidin die Eisenatome. Daraus folgt, dass es für den Sauerstofftransport im gesamten Körper und für die Pufferung des pH-Wertes im Blut zuständig ist. D. h., es sorgt dafür, dass das Blut einen gewissen Widerstand gegen die Änderung des pH-Wertes hat. Weil es Metallionen in den Mitochondrien, den Energiekraftwerken in unseren Zellen, binden kann, ist es am Stoffwechsel der Atmungskette beteiligt. Die Wissenschaftler Fitzpatrick und Fischer veröffentlichten in ihrem Aufsatz über Histamin, dass dieses auch an der Wundheilung und Gewebereparatur beteiligt ist. Weil aus Histidin das Gewebehormon Histamin im Körper hergestellt wird, hilft es, Fremdkörper am Eindringen zu hindern. Das Histamin sorgt dafür, dass in das betroffene Gewebe Flüssigkeit eintritt. Es kommt zu einer möglicherweise juckenden und geröteten Entzündungsreaktion, die versucht, die Eindringlinge zu beseitigen. Gleichzeitig lässt die Ausschüttung von Histamin weitere Leukozyten entstehen. Diese wiederum verstärken die Abwehrreaktion. Histamin kann auch bei allergischen Reaktionen ausgeschüttet werden, in diesem Fall sind die Abwehrreaktionen unerwünscht. Im zentralen Nervensystem wirkt es als Neurotransmitter und regelt den Schlaf-Wach-Rhythmus. Es reguliert darüber hinaus die Konzentration der Magensäure und verursacht bei Übelkeit, dass sich der Betroffene übergibt. Chand und Eyre haben in ihrem Aufsatz gezeigt, dass Histamin auch die Erweiterung der Gefäße beeinflussen kann. Kinder bedürfen des Histidins für ihr reguläres Wachstum. Histidin ist auch der parenteralen, also der künstlichen Ernährung beigefügt.

Die Folgen des Mangels an H

Wachstumsprobleme bei Kindern können darauf zurückgeführt werden. Bei Erwachsenen können rheumatische Erkrankungen wie z. B. die Arthritis ausgelöst werden. Deshalb wird bei Rheumaerkrankten häufig ein histidinhaltiges Mittel verabreicht, meist in Tablettenform. Eine zu niedrige Konzentration an Histamin kann aber auch Blutarmut auslösen.

Folgen einer zu hohen Konzentration von H

Außerdem wurde festgestellt, dass Patienten mit Angststörungen, Schizophrenie und Stressproblemen einen hohen Histidinspiegel aufweisen. Daher wird empfohlen, dass Patienten mit diesen Symptomen keine histidinhaltigen Mittel einnehmen sollten. Eine Untersuchung von W. T. Morgan verweist darauf, dass Histidin möglicherweise positive Auswirkungen bei allergischen Reaktionen und bei AIDS hat. Das Spurenelement Zink liegt im Körper meist an Histidin gebunden vor, deshalb werden häufig Kombi-Präparate angeboten, sogenanntes Zink-Histidin.