Die Vitamine A, D, E und K werden zu den fettlöslichen Vitaminen gezählt, hingegen Vitamin C sowie B-Vitamine als wasserlöslich eingestuft werden. Auch bei diesen Vitaminen ist eine stetige Zufuhr unerlässlich um einen gesunden Stoffwechsel aufrecht zu erhalten.

Vitamin A

Vitamin A kommt in mehreren natürlichen Formen vor. In tierischen Lebensmitteln wie Milch, Fleisch und Eiern an Fett gebunden nennt man es Retinol. Mit Hilfe des Retinol-Bindungsproteins wird das Retinol vom Fett abgespalten und gelangt so in die Blutbahn. Dieses Bindungsprotein ist zinkabhängig, daher haben Störungen des Zinkstoffwechsels eine Störung des Vitamin-A-Haushaltes zur Folge.

Carotinoide nennt man die pflanzlichen Vorstufen von Vitamin A, es handelt sich dabei um eine Gruppe von zusammengesetzten Molekülen die der Körper in Vitamin A umwandeln kann. Der tägliche Bedarf an Beta-Carotin beträgt 15mg.

Vitamin A ist essentiell wichtig für:

– die Bildung von Blutkörperchen
– den Eiweiß-Stoffwechsel
– Gesunde Haut und Schleimhaut
– Gutes Sehen
– das Immunsystem
– das Knochengerüst
– das Nervensystem
– Fortpflanzung
– Wachstum und Entwicklung

Mögliche Ursachen von Störungen des Vitamin-A-Haushalts aufgrund erhöhten Vitamin-A-Bedarfs:

– Rauchen
– Stress, Entzündungen, Operationen
– Sonnenlicht
– Leberaufnahmestörungen
– Zufuhrmangel
– Medikamente
– Hoher Alkoholkonsum

Vitamin C (Ascorbinsäure)

Da der Mensch nicht in der Lage ist Vitamin C selbständig zu bilden und der Bedarf nicht über das in der Nahrung vorhandene Vitamin C gedeckt werden kann ist eine Störung des Vitamin-C-Haushalts vorprogrammiert wenn nicht entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Vitamin C stärkt unser Immunsystem, beugt Ermüdungserscheinungen und Muskelschwäche vor, baut Cholesterin ab und wirkt bei der Entgiftung der Leber mit.

Die Folgen einer Störung des Vitamin-C-Haushalts sind unter anderem raue Haut, unzureichende Synthese des Bindegewebes, entzündetes und blutendes Zahnfleisch, verminderte Wundheilung, Depressionen, Immunschwäche, Müdigkeit und erhöhtes Risiko von Krebs, Herzerkrankungen, Schlaganfall, Arthritis und Katarakt.

Vitamin D (Cholecalciferol)

ist das physiologisch in allen nicht-pflanzlichen Eukaryoten, und so auch im Menschen, vorkommende Vitamin D.

Vitamin D ist unerlässlich für Gesunde Knochen und Zähne, unser Immunsystem, das Zellwachstum und Entwicklung. Die Liste der Ursachen von Störungen des Vitamin-D-Haushalts ist lang. Da unsere Haut Vitamin D aus Cholesterin synthetisiert wenn Sie der Sonne ausgesetzt wird, hat beispielsweise ein Mangel an UV-Licht eine Störung des Vitamin-D-Haushalts zur Folge. Weitere Ursachen sind Schwermetall- und Aluminiumbelastungen, vegetarische Ernährung da Vitamin D vor allem in tierischen Lebensmitteln vorkommt und Vitamin-A-Mangel aufgrund hohen Alters.

Die Folgen von Störungen des Vitamin-D-Haushalts sind Verluste von Mineralien in den Knochen, Verlust des Gehörs und Ohrensausen, Muskelschwäche und erhöhtes Risiko für Dickdarm- und Brustkrebs.

Vitamin E

Vitamin E ist ein Sammelbegriff für eine Gruppe von (bis heute entdeckten) sechzehn fettlöslichen Substanzen mit antioxidativen und nicht-antioxidativen Wirkungen. Vier der bekannten Vitamin-E-Formen werden Tocopherole genannt.

Da es die fettähnlichen Strukturen der Zellmembranen vor dem Einfluss von freien Radikalen schützt ist Vitamin E das wichtigste fettlösliche Antioxidans. Weiterhin verlangsam Vitamin E die Wirkung des Blutgerinnungsproteins und verringert die Tendenz der Blutplättchen, in den Adern zu verklumpen.

Da der Vitamin-E-Anteil in unserer heutigen Nahrung durch die modernen Herstellungsverfahren größtenteils verloren geht ist ein Vitamin-E-Mangel keine Seltenheit. Die Folgen von Vitamin-A-Mangel sind zum Teil weitreichen: Schrumpfung und Schwächung der Geschlechtsorgane, erhöhte Unfruchtbarkeit, Zerfall von Herzmuskelzellen, Schrumpfung und Schwächung der Muskeln. Zudem wird die Anfälligkeit für Krebs, Infektionen, Arteriosklerose (Schlaganfall und Herzinfarkt) Rheuma, frühzeitige Alterung, Nervenerkrankungen und Katarakt erhöht.

Man sollte regelmäßig mindestens 100-200mg/Tag Vitamin E aus natürlichen Quellen zuführen da natürliches Vitamin E gegenüber synthetischem Vitamin E stets vorzuziehen ist. Da der Bedarf nicht über unsere Nahrung gedeckt werden kann muss die Ernährung entsprechend ergänzt werden.

Vitamin K

K-Vitamine (K für Koagulation) gehören neben den Vitaminen A, D und E zu den fettlöslichen Vitaminen. Es taucht in zwei Formen auf, zum einen Vitamin K1 (Phyllochinon), welches in pflanzlichen Nahrungsmitteln vorkommt, zum anderen Vitamin K2, welches aus tierischen und bakteriellen Quellen stammt. Unser Dickdarm kann kleine Mengen des Vitamin K synthetisieren.

Auch bei Vitamin K handelt es sich um ein wirksames Antioxidans da es u.a. eine zentrale Rolle bei der Gerinnung des Blutes spielt. Zudem ist es unerläßlich für die Gesundheit des Knochengerüstes, denn für die Wirksamkeit des Proteins Osteocalcin, das die KOntrolle des Knochenauf- und abbau ermöglicht, benötigt der Körper Vitamin K.

Hoher Alkoholkonsum, Lebererkrankungen, Medikamente und Probleme bei der Fettaufnahme sind einige der Ursachen von Störungen des Vitamin-K-Haushalts. Die Folgen einer Störung des Vitamin-K-Haushalts sind wiederum beträchtlich:

– Störungen der Blutgerinnung
– Störungen im Knochenstoffwechsel
– erhöhtes Risiko von Hüftgelenksfrakturen
– Störungen im Bindegewebe-Stoffwechsel

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt: Mindestens 65 µg für Frauen und 80 µg für Männer tgl. (0,03–1,5 µg/kg Körpergewicht tgl.) und für Kinder 10 µg/kg Körpergewicht tgl. Dies genügt, um Gerinnungsfaktoren in der Leber zu aktivieren, nicht jedoch für die darüber hinausgehenden Funktionen.