Isoleucin: Bedeutung, Vorkommen, Wirkung

Isoleucin ist eine Aminosäure, die der Körper nicht selbst herstellen kann.

Sie ist essenziell und ein wichtiger Bestandteil der Muskulatur: Rund ein Drittel der Muskelmasse besteht aus der Aminosäure.

Isoleucin ist für die Muskulatur ein entscheidender Baustein, der dem Körper regelmäßig zugeführt werden muss. Ein erwachsener Mensch benötigt täglich rund 1 g der essenziellen Aminosäure. Der Bedarf steigt, wenn Krafttraining oder intensives Ausdauertraining betrieben wird.

Bedeutung für den menschlichen Körper

Ein Muskelwachstum ist ohne die essenzielle Aminosäure nicht möglich. Wie alle anderen Aminosäuren ist Isoleucin eine chemische Verbindung, die ein wesentlicher Baustoff der körpereigenen Proteine (Muskeln) ist.

Die Aminosäure wird dem Körper über die Nahrung zugeführt und während des Verdauungsprozesses durch Enzyme aufgespalten und in körpereigenes Eiweiß umgewandelt.

Zusammen mit Valin und Leucin gehört Isoleucin zu den verzweigt verketteten Aminosäuren (BCAA). Wenn ein Muskelaufbau durch Krafttraining erzielt werden soll, ist die kombinierte Einnahme dieser drei Aminosäuren empfehlenswert.

Auch während einer Diät, wenn ein Abbau der Muskulatur vermieden oder zumindest vermindert werden soll, können mit der Einnahme von BCAA gute Ergebnisse erzielt werden. Ein weiteres Anwendungsgebiet ist der Ausdauersport – vor allem wenn Leistungssteigerungen das Ziel sind.

Vorkommen von Isoleucin

Die essenzielle Aminosäure ist in pflanzlichem und tierischem Eiweiß enthalten: Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse und Eier sind gute Lieferanten. Im Durchschnitt bestehen Proteine in Lebensmitteln zu fast 5 % aus Isoleucin.

Besonders viel ist in Erbsen, Hähnchenfleisch, Rindfleisch und Lachs zu finden. So enthalten 100 g Hühnerbrustfleisch rund 1.220 mg, getrocknete Erbsen 1.014 mg und 100 g Lachs 968 mg.

Weitere gute Quellen sind Hühnereier (672 mg/100 g), Weizen-Vollkornmehl (508 mg/100 g) und Walnüsse (625 mg/100 g). Darüber hinaus kann Isoleucin auch in Form von Nahrungsergänzungsmitteln dem Körper zugeführt werden.

Üblich ist die kombinierte Einnahme mit den essenziellen Aminosäuren Valin und Leucin.

BCAA – verzweigt verkettete essenzielle Aminosäuren

Zusammen mit Leucin und Valin bildet Isoleucin wie bereits erwähnt die verzweigt verketteten Aminosäuren, die unter dem Namen BCAA (Abkürzung für “Branched Chain Amino Acids”) bekannt sind. Diese drei Aminosäuren haben eine besondere Struktur und können deshalb vom Darm direkt in die Muskulatur transportiert werden.

Im Gegensatz dazu werden andere Aminosäuren erst über die Leber dem Stoffwechsel zugeführt. Durch BCAA wird die Bauchspeicheldrüse zur Ausschüttung von Insulin angeregt.

Das Hormon ist zum einen für den Blutzuckerspiegel verantwortlich und zum anderen entscheidend für den Aufbau von Muskeln. Werden die Aminosäuren nach dem Krafttraining eingenommen, kann sich die Muskulatur schneller erholen.

Auch bei einer Diät hat sich die Einnahme von BCAA bewährt, da es hilft, dem Abbau von Muskelmasse entgegenzuwirken. Der Körper kann Leucin, Valin und Isoleucin als Energielieferanten nutzen und ist nicht auf den Abbau von körpereigenen Aminosäuren in der Muskulatur angewiesen.